Stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger
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08.01.2026
Kaltstartfähig

Pettendorf. "Kaltstartfähig!" - so bezeichnete Stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger den Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler Pettendorf, Bernhard Weigl, in der Wahlversammlung im fast überfüllten Blauen Saal des Gasthauses Mayer. Gemeint ist damit, daß der "Vollblut-Politiker" Weigl fundiert mit allen die Gemeinde Pettendorf betreffenden Themen vertraut sei. Weigl führte dies auf seine Funktionen als 2. und 3. Bürgermeister zurück. Amtierender Bürgermeister Eduard Obermeier hätte hier seine Stellvertreter stets vorbildlich mit eingebunden. Kein anderer Bürgermeisterkandidat könne das für sich reklamieren.

Der 54jährige Weigl bezeichnete sich in seiner Vorstellung selbst als "Vereinsmeier" mit "über 100 Jahren Ehrenamt für die Bürger". 25 Jahre Kommandant der Feuerwehr Kneiting, 24 Jahre Gemeinderatsmitglied - die Reihe ließe sich noch lange fortführen und Kontinuität ableiten. Seine Zielsetzungen für die erste Amtszeit streifte Weigl kurz. "Auch wenn es länger dauert" - Bürgerbeteiligung sei enorm wichtig, beispielsweise in Form eines "Runden Tisches 2.0". "Wir müssen die Bürger mitnehmen", konstatierte er. Essentiell für das Dorfleben sei auch der Erhalt des Mayerwirts und seine Weiterentwicklung zum Bürgerzentrum. Im Kontext Senioren und Demographischer Wandel verwies er auf die laufende Flächensuche, die angedachte Umsetzung eines Wohnprojekts im Hauptort und die Einbindung eines "vernünftigen Trägers".

Aiwanger lobte die gut besetzte Gemeinderatsliste. Sie bestünde durchweg aus tatkräftigen und sachverständigen Kandidaten. In seinem Vortrag ging er erwartungsgemäß auch auf Wirtschaftsthemen ein. Heruntergebrochen auf die kommunale Ebene forderte er: "Gemeinden sollen wirtschaftsfreundlich sein!" Am Beispiel des Handwerks zeigte er auf, daß inzwischen in einer Gemeinde um jeden Arbeitsplatz gekämpft werden müsse. "Wir können stolz sein, in der Gemeinde Pettendorf zu leben", meinte Weigl in seiner Eröffnung. Auch hier knüpfte Aiwanger an und lobte die maßvolle Baulandausweisung. Deswegen sei das Dorfleben in seiner Wahlheimat Pettendorf noch in Ordnung. Hier kam er auch wieder auf Weigl zu sprechen: "Rückgrat und Durchblick hat er." Die Gemeinde könne sich glücklich schätzen, daß jemand mit Weigls Erfahrung und Hintergrund seinen Hut in den Ring werfe. Auch zum Mayerwirt habe der Minister eine klare Sicht: "Wenn wir den sterben lassen, dann gehören wir auf den Mond geschossen." Zur Politik im allgemeinen stellte Aiwanger den "gesunden Menschenverstand" und den Pragmatismus über jegliche Form von Ideologie. Viele Fragestellungen ließen sich nicht plump beantworten, angemessener sei in der Regel ein "Es kommt darauf an." Oft mache er auch die Erfahrung, daß kontroverse Themen von den jeweiligen Kontrahenten als glasklar angesehen würden. Hier plädierte er für das miteinander Reden (auch mit den Bürgern). Häufig zeige sich dann: "Nix is klar."

Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt berichtete vom engen Dialog, den er ganz bewußt mit sehr vielen Unternehmen führe. "Wir sind hier enger zusammengerückt" und seien damit besser durch die Krise gekommen. Seine Ausführungen mündeten in die Schlußfolgerung, daß Deutschland wieder ein "Land der Leistungsträger" werden müsse. Wirkt fast wie eine Überleitung auf die Gemeinderatsliste: "Leute, die hinlangen!" und ein Bürgermeisterkandidat mit “Rückgrat”, so Gotthardt.

Landrätin Tanja Schweiger legte ihren Anspruch dar, daß der Landkreis Regensburg als fünftgrößter Landkreis in Bayern bei allen Themen "mit vorn dabei" sein solle. Schwierigkeiten in der Arbeit im Landratsamt und sonstigen Behörden zeigte sie am Beispiel des Datenschutzes auf. Dadurch, daß Datenbanken nicht gemeinsam genutzt werden dürften, entstünden Mehraufwände und würden Potentiale verschenkt werden. Ihre persönliche Rolle umschrieb sie mit der "Organisation eines ordentlichen gesellschaftlichen Zusammenhalts".