14.05.2020
Direkt aus dem Gemeinderat

Nachdem sich der neugewählte Gemeinderat in seiner ersten Sitzung zunächst mit sich selbst beschäftigen mußte, war in der zweiten Sitzung im Mai wieder Raum für die realen Angelegenheiten.

Das Brennpunkt-Thema Nahversorgung stand an erster Stelle. Der von der Gemeinde beauftragte Berater Wolfgang Gröll stellte die Ergebnisse der Fragebogenaktion vor. Die Rücklaufquote von 31,7 % hätte zwar höher ausfallen können, dennoch seien gewichtige Aussagen ableitbar. So prognostiziert Gröll unter Idealbedingungen einen möglichen Umsatz von bis zu 1,67 Millionen Euro pro Jahr. Das aufgrund des genossenschaftlichen Konzepts erwartbare Eigenkapital wird zwischen 68.000 und 180.000 Euro eingeordnet.

28,7 % der Befragten gaben an, daß sie Schwierigkeiten hätten, ihre Lebensmitteleinkäufe zu erledigen. Laut Gröll sei dies ein vergleichsweise hoher Wert, der den Erfolg eines Bürgerladen-Konzeptes tendentiell begünstigt. Nahezu alle Teilnehmer wünschten eine Verbesserung der Versorgungssituation in der Gemeinde, wobei sich davon zwei Drittel für einen normalen Supermarkt aussprachen. Lediglich 30,4 % sehen im Dorfladen die favorisierte Lösung. Andererseits würden 84,5 % aller Befragten in einem Dorfladen einkaufen. Als wichtigster Erfolgsfaktor wurde mit 73,9 % das Angebot an regionalen Produkten ermittelt. Erst nach großzügigen Öffnungszeiten, geringem Verpackungsmüll und guten Parkmöglichkeiten spielen günstige Preise eine Rolle, was dem Gestaltungsspielraum beim Ladenkonzept zuträglich ist.

In Summe zeigen die Befragungsergebnisse zwar überdurchschnittlich gute Voraussetzungen, konkrete Empfehlungen für das weitere Vorgehen fallen damit aber nicht vom Himmel. Einstimmig vertrat der Gemeinderat daraufhin die Auffassung, ohne weiteres Zuwarten mit der Einberufung eines Arbeitskreises zur Entwicklung eines Konzepts für einen Dorfladen mit Bürgerbeteiligung fortzuschreiten.

Derzeit zwar nicht relevant, aber hoffentlich bald wieder von Belang: Im Dorfhaus Kneiting erhalten Vereine, welche es für die Allgemeinheit öffnen und sich dabei um den Getränkeausschank kümmern, künftig pro Öffnungstag einen Bonus von 30 Euro in die Vereinskasse. Darin wird ein wichtiger Beitrag für den Erhalt des Kneitinger Dorflebens gesehen.

Im weiteren wurde eine Geschäftsordnung für die Jahre 2020 bis 2026 beschlossen, welche nahezu unverändert ihrer Vorgängerin entspricht.

Die Jahresrechnung für das vergangene und der Haushaltsplan für das laufende Geschäftsjahr beim Kindergarten Sankt Margaretha wurde vorgestellt. Zu verzeichnen ist 2019 ein Überschuß in Höhe von knapp 8.000 Euro.

Wie nicht anders zu erwarten, mußte Bürgermeister Eduard Obermeier unter Anfragen und Bekanntgaben verkünden, daß das von den gemeindlichen Jugendpflegern erarbeitete Pfingstferienprogramm pandemiebedingt abgesagt werden muß.